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Paroxetinbeta

Depressions-Dokumentation
(Beginn: Januar 2009, Ende: offen)

Einnahme von Psychopharmaka: Januar 2009 – Juni 2009

Tiefenpsychologisch fundierte Therapie:
Mai 2009 bis (voraussichtlich) Sommer 2010


Kontakt: paroxetinbeta@freenet.de














Verfasst am 03.02.2010 02:50:11 Uhr
Internetknoten -23-

02:00

...diese verfluchten Affen, ich könnte vor Verzweiflung in meine Tastatur beißen. Wird wohl für dieses Spiel ein Forum geben, muss mal danach googeln...vieleicht gibt’s irgendeinen Dreh, den ich Döspaddel noch nicht entdeckt habe.
Jetzt habe ich erst mal die Nase voll davon, bin so bedient, dass ich mich lieber noch ein Weilchen dem verfluchten Fettlev widme.



Internetknoten -23-


Eine kurze Zeit der Ruhe kehrte ein. Darum hatte ich ihn aber auch ausdrücklich gebeten „es wäre schön, wenn du mich bis zum Urlaub mit solchem Mist verschonen würdest. Irgendwo habe auch ich meine Grenzen und wir haben keine Rücktrittsversicherung“.
Ja, unser Amerikaurlaub war bereits gebucht...im Juni 2008 sollte es so weit sein.
Fettlev hatte ein einwöchiges Seminar im Hauptsitz seiner Firma (North Carolina) angeboten bekommen und wir wollten 2 Wochen vorweg in Florida verbringen.
Ich (ihn schien selbst das zu langweilen...waren ja keine Frauenbildchen) habe mich unendlich lange durchs Internet gewühlt, um günstige Gabelflüge und Unterkunft/Autoverleih am Urlaubsort zu finden. Meine sehr intensive Suche hat sich gelohnt, preiswerter und besser hätte es nicht sein können. Besonders für Fettlev: Seminar wäre in unsere Schulferien gefallen. Da wir zwei Wochen früher starteten, waren unsere Gabelflüge (dank meiner Suche) billiger, als sein Einzelflug gewesen wäre...er bekam die gesamten Flugkosten vom Arbeitgeber erstattet. Nach unserem Urlaub kam einmalig ein laues Windchen auf, auch mir von dem Segen etwas abzugeben...er murmelte etwas davon, sich eventuell an meiner neuen Waschmaschine beteiligen zu wollen. Dabei blieb es dann auch und es wurde nie wieder erwähnt...leeres Saubermann-Geplapper, wie immer. Die Geste hätte gezählt...und zwar eine, die mit Nachdruck dahergekommen wäre. Aber dem Thema Finanzen werde ich noch ein eigenes Kapitel widmen, zu sehr habe ich mich im Nachhinein darüber geärgert.

Internet im Urlaub.
Meine Tochter hatte uns ihr Laptop ausgeliehen, damit wir günstig Kontakt halten konnten. Lief problemlos, da wir uns auf die Leitung unserer Vermieter einklinken konnten...war halt nur auf dem Laptop alles nicht so eingestellt, wie man es von zu Hause gewöhnt war und man konnte nachvollziehen, was der andere dort gesagt, oder geschrieben hatte.
Für Fettlevs Verhältnisse waren es eher Ausrutscher der harmloseren Art:
Er bat seine Tochter, mir gegenüber nicht zu erwähnen, dass er mit ihrer Mutter telefoniert hätte.
Fand ich jetzt nicht so toll. In erster Linie, dass er die Kinder da reinzieht...ihrer Mutter gegenüber sollen sie mich nicht erwähnen und jetzt geht das miese Spielchen auch schon andersherum. Was musste er sie überhaupt anrufen? Er hatte tagtäglich, sogar mündlichen, Messenger-Kontakt zu seinen Töchtern und wusste, dass alles im Lot war.
Und wenn er schon meint es tun zu müssen, wäre es schön, eine Beziehung zu haben, wo man es nicht vor dem anderen verheimlichen muss, es vielleicht sogar in dessen Beisein tun kann...einfach, weil alles sauber und geklärt abläuft. Habe ich versucht, ihm klarzumachen, aber das sind nun wieder Tiefen, in denen sich Fettlev nicht zu Hause fühlt...er geruhte angebrannt zu sein.

Die andere Sache war, dass er seiner Ex-Freundin (die Messifrau, mit der er vor seiner Ehe liiert war...praktisch für preiswerten Sex gegen Hausmeistertätigkeit, wenn sich nichts anderes auftreiben lässt) launige Grüße aus Florida sandte. „Ah ja, ich denke du hättest den Kontakt vor langer Zeit abgebrochen. Hast noch gelästert, dass sie dich nervt und so schlimm ist, dass ich sie ganz sicher nicht kennen lernen wollen würde. Doch warmhalten für schlechte Zeiten, oder warum hast du auch da wieder gelogen?“
Natürlich keine Antwort, die diese Bezeichnung verdient hätte...ein kleiner tuntenhafter Hysterie-Ausbruch ohne Hand und Fuß, mehr kam nicht. Ich denke mal, in heimischen Gefilden wäre das der Moment gewesen, in dem er sich wieder für eine Zeitlang nach Hause verpisst hätte...ätschibätsch, er hing mit mir im Amiland fest.
Wie der Urlaub insgesamt ablief, habe ich vor längerem schon geschrieben. Fettlev ist nicht urlaubstauglich. Über einen längeren Zeitraum hinweg wird sein Wesen allzu deutlich. Kinderallüren treten zu Tage. Das positive daran ist lediglich, dass er sich, genau wie ein Kind, nicht traut, es zur finalen Spitze zu treiben.




Ups, gerade ist mir eingefallen, dass ich heute Mittag eine dienstliche Sitzung habe...jetzt mal versuchen, in den Schlaf zu kommen.


























Verfasst am 02.02.2010 22:54:10 Uhr
02.02.2010

22:30

Sehr aktiver Freiwochen-Beginn. Gestern, sonst eigentlich mein Gammel-Tag nach der letzten Nachtschicht, habe ich meine Hütte geputzt. Heute den, etwas länger als üblich gesammelten, Bügelwäsche-Berg gekillt. Danach mit Schwesterlein unterwegs...Schuhe (he, 2 Paar mit 30 % Schlussverkaufs-Rabatt ergattert) und sonstiges eingekauft. Dabei fiel mir dann der fertige Sauerbraten im Gefrierschrank ein. „ Zeit und Lust drauf, Schwester?“
Prima, alleine essen macht keinen Spaß. Hmmm...feines Sonntags-Futter, mit Rotkohl und Klößen.
In der satten Zufriedenheit danach kamen wir auf „Nochimmer-Ehemann“ zu sprechen. Mein Bruder nervt mich ziemlich regelmäßig damit, ob ich endlich mal wieder wegen der Scheidung nachgetreten habe. Meine Schwester macht das nicht, ist aber der gleichen Meinung, wie er.
Wir haben jetzt beschlossen, demnächst einfach mal bei ihm zu Hause aufzutauchen, zwecks Tacheles. Hat auch wirklich keinen Wert, ihm deshalb wiederholt zu schreiben... der gute Junge hat ein enorm dickes Fell. Muss er halt damit leben, dass seine Herzallerliebste ein bisschen genauer über unsere finanziellen Dinge aufgeklärt wird...eigene Schuld, Zeit genug hatte er.

Papierkram müsste ich mal wieder ordnen. Fenster putzen auch...wenn denn mal nichts mehr von oben kommt und die Temperaturen über Null klettern, mache ich das.
Ansonsten alles clean und geordnet. Gut so, den Rest der Woche habe ich auch keine Zeit mehr für so etwas und ich bin froh, dass ich mich heutzutage wieder sehr gut aufraffen kann, Nötiges sofort zu erledigen.

Hat mir mein Guru doch tatsächlich Freitag einen 8-Uhr-Termin aufs Auge gedrückt. Eigentlich wollte er mich in der Woche darauf sehen...och nö, nicht schon wieder in der Nachtschichtwoche. Ja dann habe er nur noch den einen frei...ich direkt „den nehme ich“, ohne die Uhrzeit zu kennen. Boah, 8 Uhr...tödlich für mich (wenn man erst so gegen 4-5 Uhr ans Schlafen kommt). Wie meinte meine Freundin „dann musst du eben mal früher ins Bett gehen.“ Mööönsch, was bringt das...dann liege ich stundenlang wach und starre Löcher ins Dunkle. Die Leute kapieren es einfach nicht...seit 15 Jahren arbeite ich nur nachts, da ist das eben so.
Und dann das lästige Winterwetter...Fahrrad zu gefährlich, Bus unzuverlässig, anderer Leut’s Auto auch nicht so gut, zu Fuß zu weit...andere Schwester hatte ganz einfach Idee „schlaf‘ doch bei mir. Kannst du so lange wach bleiben wie du willst, ich schmeiß dich schon pünktlich vom Sofa und der Weg zum Guru ist wesentlich kürzer.“
Mache ich, darauf wäre ich mal wieder nicht gekommen...warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht.

Dieses Jewel-Quest macht mich noch ganz gaga...ich komme bei diesem verfluchten Affen-Level einfach nicht weiter...versuchen jetzt...morgen muss ich schließlich nicht früh aufstehen, Sauna ist erst abends angesagt.























Verfasst am 30.01.2010 19:06:20 Uhr
Internetknoten-22(a)-
Internetknoten -22(a)-

Wow, heute schien tatsächlich die Sonne...ich konnte nicht wiederstehen und habe meinen Nachtschicht-Trott unterbrochen, mich aufs Fahrrad geschwungen und die tolle Luft genossen. Jetzt ein Käffchen zum Aufwärmen und ein bisschen Müll aufarbeiten.
Beim Knoten 21 habe ich noch etwas vergessen. Wichtig, weil Fettlev da einen seiner wenigen hellen Momente hatte und ein bisschen Selbsterkenntnis spürbar wurde. Danach wurde es immer recht schnell wieder stockfinster, aber immerhin...es ist erwähnenswert.
Seine Net-Sucht war das Thema und er schrieb folgendes:


Betreff: Heureka
...es ist mir eben wieder bewusst geworden, als ich folgendes bei einer Recherche zu meinem Internetverhalten gefunden habe:

http://www.palverlag.de/soziale-Phobie-Leseproben.html

Ich habe schlicht und einfach massive Minderwertigkeitskomplexe. Die kann ich hier natürlich problemlos überspielen, in der Realität klappt es nicht so einfach. Somit pushe ich hier mein Ego, einfach ausgedrückt.
Vielleicht wird dir dadurch nachträglich auch manches an meiner Körpersprache klarer...

J.



Gut, so hell war der Moment nun auch wieder nicht. Aber zu dieser Zeit war ich dankbar für die kleinste Einsicht und hoffte immer noch, dass er es endlich in Angriff nimmt und an sich arbeitet.
Denn nach meinen Erfahrungen, die ich reichlich mit ihm gemacht hatte, konnte ich den Kopf beim besten Willen nicht dauernd in den Sand stecken:

Seine Komplexe waren berechtigt...denn er ist minderwertig. Wenn er das so für sich akzeptiert hätte, wäre vielleicht ein Umdenkprozess in Gang gekommen.

Soziale Phobie...so hätte man es vielleicht in seinen Jugendjahren diagnostiziert und es wäre, mit entsprechender fachlicher Hilfe, nicht zu dem mutiert, was es schon lange ist. Fettlev hat (und da bin ich mir so sicher, wie man es nur sein kann) eine handfeste Persönlichkeitsstörung.
Und ebenso sicher ist, dass diese Krankheit bei mir immer einen höheren Stellenwert hatte, als die Verletzungen, die er mir zufügte.



3-Montassprung zum Februar 2008...Motorrad wurde angeschafft. Erwähnenswert, weil es ihm sichtlich unangenehm war, dass ich mich mit teurer Kluft eindeckte. Die Pläne, die beim Motorradkauf durch seinen Kopf geisterten, hätte er nicht gut aussprechen können...trotzdem, mir wäre lieber gewesen, wenn er zu seinem miesen Gedanken gestanden hätte. Wider Erwarten machte mir es viel Spaß, Sozia zu sein...ich genoss die Ausfahrten sehr. Bei Fettlev war mal wieder keinerlei Enthusiasmus spürbar, aber daran war ich schon gewöhnt und empfand es nicht als störend. Außerdem hatte ich damals schon das untrügliche Bauchgefühl, dass er sich dieses Gefährt aus Gründen angeschafft hatte, die mir wenig gefallen.
Bedauert habe ich damals nur, dass er fortan kein Interesse mehr an Fahrradfahren hatte. Da er wegen Schmerzen in den Beinen nicht gerne spazieren geht, war damit alle Bewegung gestrichen.
Ich bewege mich gerne und ihm hätte es, wegen seinem starken Übergewicht, auch nur gut getan.


April 2008... ein ziemlich übles Erlebnis.
Wochenende...mittags...er, wie immer dauermüde, war gerade ins Bett verschwunden und die ersten Schnarchtöne waren zu hören.
Ich war gerade auf mein Hometrainings-Fahrrad geklettert, um meine 10 km abzustrampeln...sein Handy klingelte.
Keine Lust abzusteigen...es klingelte nach kurzer Zeit erneut.
Immer noch keine Lust, mein Strampeln zu unterbrechen...es klingelte ein drittes Mal.
Das Teil klingelte sonst nie...so langsam machte ich mir Gedanken...konnte nur Mama, oder Tochter sein...vielleicht irgendetwas Schlimmes passiert.
Fettlev wecken? Ist aber gerade erst eingeschlafen. Also selbst gucken, wer’s war und zurückrufen.
Kein schlechter Gedanke, wenn man sich mit Handys auskennt...ich komme noch nicht mal mit meinem eigenen gut zurecht und mit Fettlevs hatte ich mich noch nie beschäftigt. Total bescheuerte Menüführung...zumindest für mich, die ich an Nokia gewöhnt war. Ich habe mir einen Wolf gedrückt und landete ständig da, wo ich nicht hin wollte...unter anderem dann auch bei den, von ihm versendeten, SMS. Himmel, was sammelt der alten Kram...leider dann zu genau hingeguckt...und geöffnet...falsch, ich weiß...aber vielleicht doch nachvollziehbar, wenn man bedenkt, was ich mit ihm schon erlebt hatte.
Geschrieben hatte er diese SMS im November...in der Zeit unserer kurzen Trennung. An eine Frau, deren Namen mir bis dahin nicht bekannt war. Der Text löste bei mir verschiedenste Gefühle aus:

Ekel...nicht etwa, weil er rein sexuell war. Nein, er hatte nur absolut gar nichts mit dem Menschen gemein, mit dem ich mein Bett teilte...bedauerlicherweise.

Verblüffung...er hat in dieser Zeit tatsächlich versucht real bei ihr zu landen und wollte sie in Norddeutschland besuchen. Wie hätte er wohl erklärt, dass vom virtuellen Könner so wenig übrig bleibt? Erklärt, dass er es ganz sicher nicht schafft ihr in „alle Löcher zu spritzen“...weil er es schlichtweg maximal einmal, mit viel Anstrengung, hinkriegt? Und das das „anregende“ Geschreibsel reale Schweigsamkeit bedeutet?
Ich werde nie verstehen, warum Menschen so ein absurdes Bild von sich zeichnen.

Wut...ja, tatsächlich war da einer der wenigen Momente, in denen ich dieses Gefühl hatte. Dieser mickrige Wicht hatte über zwei Jahre lang tatsächlich die Unverschämtheit, mich immer wieder ins Unrecht zu setzen und mir unberechtigte Eifersucht zuzuschreiben. Gerechterweise hätte er an seiner eigenen Zunge ersticken müssen, bei seinen wichtigtuerischen Erklärungen über die Art seiner „sozialen Kontakte“.


Was macht du jetzt mit diesem kranken, verlogenen Etwas, dass da nebenan selig vor sich hinschnarcht? Erst mal runterkommen...mir sprang zeitweilig mein Herz fast aus der Brust.
Hat geklappt...als der Schnarcher erwachte, hatte ich mich wieder im Griff.




























Verfasst am 29.01.2010 17:30:20 Uhr
Therapie
Therapie

Gestern:

Wie es mir mit unserer letzten Sitzung ging...oh ja, dass ihn das diesmal besonders interessieren würde, war mir klar.
„ Ehrlich gesagt habe ich mich darüber geärgert, mit einem Wackelpudding verglichen zu werden. Ihr Quereinstieg hat mich auf dem falschen Fuß erwischt...ich war darauf nicht gefasst, obwohl ich damit gerechnet habe, dass Sie auf meine Beziehung noch näher eingehen werden...allerdings später. Deshalb musste ich mich erst einmal sammeln...von „davor drücken wollen“ kann keine Rede sein.“

So ganz akzeptiert hat Guru das nicht...das Unterbewusstsein wäre manchmal dominanter, als man sich vorstellen kann.
Mein Misstrauen, therapeutische Methoden betreffend, scheint bei ihm angekommen zu sein, denn es folgte ein Vortrag:

Er habe mich nicht damit überrumpeln wollen. Von der Vorgehensweise, Patienten mit solchen Methoden zu „knacken“ hält er nichts. Es entspräche nicht seinem Verständnis von behutsamer Therapie. Und es wäre ihm wichtig, mir das noch einmal ganz deutlich zu sagen, weil ich mich diesbezüglich sicher fühlen soll. Besonders jetzt, wo er das Gefühl habe, dass ich mich besser führen lasse.
Bei unserer letzten Sitzung wäre meine Antwort auf seine übliche Eingangsfrage, wie es mir geht „nicht schlecht, aber auch nicht gut...irgendetwas Graues dazwischen“ gewesen.
Und auf die Frage, was denn passieren müsse, damit es besser wird, hätte ich „mehr Zeit, ich brauche mehr Zeit, um die letzte Beziehung hinter mir zu lassen“ geantwortet.
Nur deshalb sei er auf meine Beziehung eingestiegen und nicht, um mich zu manipulieren.

Wäre wohl besser, wenn ich ihm da vertrauen könnte...ich weiß nicht so recht, mal sehen.
Aber Guru wäre nicht Guru, wenn er nicht auch noch etwas auszusetzen hätte:

Meine Mimik ist ihm zu beherrscht und mein gleichbleibend freundlicher Gesichtsausdruck passe nicht zu dem, was ich erzähle...hoppla, wie erkläre ich jetzt das, ihm und mir selbst?
Gut, dass er das nicht sofort weiter erörtern wollte, so bleibt mir etwas Zeit, darüber nachzudenken. Eine gewisse Vorstellung davon habe ich schon und auch Guru dürfte sich inzwischen einiges dazu erklären können:

Heiligen Zorn spüre ich nicht, also fehlt schon mal all‘ das, was dabei in der Regel zum Ausdruck kommen könnte.
Alle anderen Gefühle sind bei mir reichlich vorhanden...allerdings gedeckelt. Warum das so ist, kann ich mir nur so erklären:
Ich lebe immer schon im Bewusstsein, dass ich endlich bin und menschliche Liebe, Wärme und Nähe waren mir stets wichtiger, als alles andere und dafür war ich immer bereit alles zu tun. Kostbare Lebenszeit damit zu vergeuden, indem man sich lieber irgendwelchem Heckmeck ergibt, anstatt daran zu arbeiten einfach nur ein liebender und liebenswerter Mensch zu sein...meine Eltern waren so geartet und die Männer, die ich liebte, auch...daran haben auch die Gefühle, die ich ihnen entgegenbrachte nichts, aber auch gar nichts, geändert. Das war ziemlich grausam für mich und führte zu einer gewissen Abstumpfung...nicht innerlich, aber doch, was Gestik und Mimik betrifft...Resignation wäre wohl der passende Ausdruck dafür. Trotzdem habe ich es immer wieder versucht. Zumindest bei meinen Männern(bei meinen Eltern nicht, da waren zu viel kindliche Verletzungen im Weg)...immer wieder, mit vielen Gesprächen versucht, wenigstens ein einigermaßen normales Paarverhalten mit ihnen erreichen zu können...Liebe war die Antriebsfeder. Mein Verstand hat immer gewusst, dass mit diesen, doch ziemlich extrem verkorksten, Exemplaren, dergleichen kaum zu schaffen ist. Besonders negativ empfinde ich es, meine Person betreffend, dass ich mir den Schlimmsten meiner Männerriege, als letztes Sahnehäubchen auch noch reingezogen habe.

Tja, was soll ich also jetzt mit Gestik und Mimik übertrieben agieren? Etwa meine eigene Dummheit beweihräuchern lassen? Mir ist heute noch der Heulanfall peinlich, den ich in meiner Highcrash-Zeit vor meinen Töchtern hatte...die Kinderchen waren regelrecht geschockt. Nein, ich möchte keinen Trost für etwas, was ich mir bei klarem Verstand selbst eingebrockt habe. Ich hätte meinem Therapeuten ja erzählen können, dass er mich mit seiner Überrumplung fast so weit hatte. Mal sehen, vielleicht, wenn er weiter darin herum bohrt, kriegt er seine emotionale Reaktion...meine Tränen würden ihn dann sicher beruhigen und ihm zeigen, dass „innen“ alles so ist, wie es sein sollte.

Ein bissen Zeit war noch übrig...
...und mein Guru kam ein bisschen durcheinander, als er meine Probleme meiner Ehe zuordnete...kann schon mal passieren, bei so vielen Patienten.
Zur Sicherheit wollte er dann Fettlevs Vornamen wissen, damit sich das nicht wiederholt
Dann ordnete er Fettlev direkt nach meiner Trennung vom „Nochimmer-Ehemann“ ein.
Ok, dachte ich mir, dann mal raus damit: „ich hatte davor noch eine Beziehung, die ich eigentlich lieber unter den Teppich gekehrt hätte...sie ging über ein ¾ Jahr und war auch ziemlich schwierig.“
Guru war sichtlich erheitert: „ah, noch einer der nicht auf dem Pappedeckel erwähnt wurde. Zuerst der „Kinderprinz“ und jetzt der „unter den Teppich-Gekehrte“. Da bin ich ja mal gespannt, wie viele Leichen da noch in Ihrem Keller auftauchen.“
Ich auch...aber es werden keine Männerleichen mehr sein. Er hat nicht gefragt, warum ich diese Beziehung unterschlagen wollte...gut so. Es ist mir nämlich immer noch unangenehm, meinem Therapeuten zu sagen, dass ich mit einem Doktor der Psychologie verbandelt war... einem Menschen (ich habe ein Dauerabbo für solche Typen), den ich für ziemlich gestört hielt. Und das ist der einzige Grund, warum ich ihn verschwieg.

Letzter Richtungswechsel: „nun schildern Sie bitte mal, was Sie ganz zu Anfang für Fettlev eingenommen hat.“
Das war einfach...allein sein Interesse an mir hat schon ausgereicht und ich habe es aufgesaugt, wie ein vertrockneter Schwamm. Aaaaber...mein Bauchgefühl und mein Verstand haben gleich versucht, dagegen anzugehen... „STOPP“ vom Guru.
Schon gut, ich weiß worauf er hinaus will. Es ist genau das, was ich zu Anfang schon geschrieben habe und worauf sich letztlich alles gründet:
Das arme Hascherl, welches in der Kindheit keine Liebe und Aufmerksamkeit bekam und deshalb sein Leben lang diesen Gefühlen hinterherrennt. Und weil sein Selbstwertgefühl, mangels elterlicher Fürsorge, auch nicht das beste ist, meint es, nichts besseres ,als schadhafte Partner, verdient zu haben und bemüht sich verzweifelt, mit dem, was diese zu bieten haben, zufrieden zu sein. Das schafft es aber nicht, da es über einen normal entwickelten Menschenverstand verfügt und dieser dafür sorgt, dass es mit dem wenigen, was ihm geboten wird, einfach nicht auf Dauer zufrieden sein kann. Und obwohl es mit seinem stetigen Protest selbst dafür gesorgt hat, dass die Schadhaften sich dann doch lieber anderen Schadhaften zuwenden, ist es am Boden zerstört, wenn es dann endlich so weit ist.
Das arme Ding...hat es doch so sehr geliebt und wollte ein bisschen davon zurück...dummerweise mit dem dazugehörigen Handeln und nicht nur als Lippenbekenntnis.

So isset und ich bin mir dessen ganz genau bewusst. Nur, ob man das geändert bekommt, bleibt abzuwarten...im Unterbewusstsein mit all‘ seinen Tücken, denn da allein liegt der Hund begraben. Wäre ich mir da nicht sicher, würde ich keine Therapie machen. Denn dann würde ich mich auf meinen Verstand verlassen können, der nach der letzten Erfahrung um einiges mehr in den Vordergrund treten würde und dieses „unbedingt lieben und geliebt werden wollen“ besser im Griff hätte.

Meine Termine für diese Woche habe ich jetzt hinter mir und für die letzten drei Arbeitsnächte wünsche ich mir den üblichen Trott...war doch ganz schön anstrengend, dieses „Nebenher erledigen müssen“.

























Verfasst am 25.01.2010 15:18:46 Uhr
Internetknoten -21-


Ende Oktober 2007, Beziehung war einige Tage vorher beendet und es herrschte, wie bereits geschrieben, Funkstille. Ich war regelrecht benebelt und ließ mich überreden, mit Schwester und Schwager nach Luxemburg zu fahren. Gute Gesellschaft war ich für die beiden nicht, habe oft ein Plätzchen für mich allein gesucht...nachgedacht und furchtbar traurig gewesen.
Oh, meiner Schwester war das gar nicht recht... sie gab sich sehr viel Mühe, hat auf mich eingeredet, wie auf ein krankes Pferd...umsonst.
Ich habe damals wirklich noch gehofft, dass Fettlev in sich aufräumt und anfängt, andere Wege zu gehen...auch unabhängig von meinem Dabeisein.
Natürlich tat er das nicht. Wieder zu Hause, hatte ich eine Eingebung...ein Gedanke, der mir vorher nicht in den Sinn gekommen war: guck‘ doch mal bei freenet nach...Treffer. Ganze 3 Monate hat er es ohne ausgehalten, für ihn schon eine stramme Leistung.
Ich war ziemlich enttäuscht, ihn da wieder zu finden. Es wäre mir ein Trost gewesen, wenn er sich seiner familiären Problematik angenommen hätte...seine eigene nicht zu vergessen.
Dann wäre unsere Beziehung wenigstens nicht völlig sinnlos gewesen.
Aber nein, der geliebte Gestörte war wieder auf virtueller, (sozialer...haha) Kontaktsuche...dafür hatte er ein bisschen Zucker verdient.
Wie die „süße“ Sache ablief, habe ich vor längerer Zeit schon geschrieben. Ein paar Ergänzungen noch:
Er benutzte meine Kindheit, um mir einen Tiefschlag (natürlich alles schriftlich) zu verpassen. Ich sehe ihn noch mit seiner vorgetäuschten Betroffenheit vor mir sitzen, als ich ihm davon erzählte...ach wie schrecklich fand es doch das verwöhnte Einzelkind. Möchte nicht wissen, wie sich mein Elternhaus auf jemand wie Fettlev ausgewirkt hätte. Aber wer weiß, vielleicht hätte er dann seine Macken nicht so ausgiebig kultivieren können. Wie auch immer, ich denke schon, dass ich mich trotzdem zu einem brauchbaren Menschen entwickelt habe. Nun, der Meinung war Fettlev nicht. Er attestierte mir eine daraus resultierende Krankheit, weil ich zu bedacht darauf sei, dass in Liebesdingen alles eine gewisse Ordnung habe müsse.
Stimmt, darauf bin ich bedacht. Aber das wird wohl den meisten Menschen wichtig sein und nicht nur denen, die eine lieblose Kindheit hatten.
Als ich diese Unverschämtheit von ihm las, ging mir kurzfristig der Hals zu. Aber dann habe ich es wieder damit entschuldig, dass es ja von ihm kam...dem Paradebeispiel dafür, wie verkorkst man werden kann, auch wenn in der Kindheit zu Hause alles rund läuft.

Verletzend an der anderen Sache war, dass er sich so schnell mit einer Frau traf. Eine, die sich bei freenet auf der Suche nach einem Mann befand (und nicht dieses vorgetäuschte Suchen nach „netten Leuten“ im Profil stehen hatte).

Er hat mir später gerne davon berichtet:
Das erste Treffen war auf einen Kaffee. „Wie findest du meine neue Jacke? Ich habe mich bei der Auswahl von ihr beraten lassen“ (die Jacke konnte ja nun nichts dafür, aber mir ging dabei nur durch den Kopf: was bist du doch für ein erbärmlicher Möchtegern. Einer, der Klamottenkauf hasst wie die Pest und sich bei Fremden trotzdem damit wichtig tut...und dann auch noch meint, bei mir damit prahlen zu können, wo ich nun wirklich weiß, was dahinter steckt...nichts.)
Das zweite Treffen fand dann in einer Rock-Kneipe statt. Es wäre schon merkwürdig gewesen, dass sie auch alles gut gefunden hätte, was er an Vorlieben von sich an diesem Abend preisgab (vielleicht ihre Masche? Keine Ahnung, aber ich hätte ihr ein paar Wahrheiten erzählen können, die sie bestimmt nicht gut gefunden hätte).
Nein, es war nicht Eifersucht, die mich bei seinen Erzählungen packte...Traurigkeit war’s.
Ich wusste noch genau, wie es mir an diesen „Trefftagen“ gegangen war. Am Rock-Kneipen-Abend hatte ich tatsächlich den Wunschtraum, dass er in dem Karaoke-Laden, wo wir Tochters Geburtstag feierten, auftauchen würde...romantischer Wahnwitz.
Und am „ich tu jetzt mal so, als wenn ich gerne shoppe“-Tag hatte ich einen Schlüsselanhänger für ihn gekauft...Symbol für ganz viel Hoffnung.
Eifersucht wirklich nicht...so verrückt, dass ich das, was er anzubieten hat, einer anderen Frau neiden würde, bin ich nun doch nicht.

Aber das war nun noch nicht alles. Nachdem wir wieder zusammen waren, tat er mir noch seine anderen „witzigen“ Ideen bezüglich dieser Frau kund:
Eine davon war, dass er sich ein größeres Auto anschaffen müsse. Denn sie hätte ja nun auch 2 Töchter und wenn man nun mit allen (seine beiden sollten mit ihren zusammengeführt werden) unterwegs sein wolle, reiche sein Auto platzmäßig nicht aus. Ja, und es wäre doch schön, wenn ich sie auch kennen lernen würde...dann könnten wir alle miteinander unterwegs sein.
Ja ist schon ein lustiger Geselle, der Fettlev. In solchen Momenten war es extrem schwierig, ihn nicht für völlig gaga zu halten. „Diese Frau ist auf der Suche nach einem Mann für sich, schon vergessen?“ Ob er wirklich gedacht hat, dass sie auf der Suche nach einem Mann mit Frau und Freundin ist? Oder dass ihre Teenager-Töchter wild darauf sind, mit ihm unterwegs zu sein? Und seine Töchter, zu denen er sowieso nie ein rechtes Verhältnis hatte...die warten nur darauf, mit noch einer anderen Frau und deren Anhang Friede-Freude-Eierkuchen zu spielen...während ihre eigene Mutter zu Hause vor sich hin vegetiert und immer noch davon träumt, dass ihr Mann sich ihr irgendwann wieder zuwendet?
Mir war doch sehr klar, dass diese Frau auf dergleichen nicht aus ist. Trotzdem... „na, dann frag‘ sie mal, ob sie mich denn kennen lernen möchte“...er hat nie wieder etwas in dieser Richtung erwähnt. Sporadischen schriftlichen Kontakt zu ihr hat er mit Sicherheit beibehalten. Denn diese Frau hatte einen Pluspunkt...sie fährt Motorrad. Und ebenso sicher ist, dass durch sie ein Gedanke in Fettlev feste Gestalt annahm. Er hatte ab und zu davon gesprochen, war aber sehr zögerlich, was den Kauf eines Motorrades anging...wäre er ein echter Anhänger dieses Sports, hätte er schon jahrelang eines besessen.
Da nun sein reales Auftreten nicht die gewünschte Resonanz erzeugt, brauchte er einen Pushup...zwei Monate später wurde ein Motorrad gekauft.

Und ebenso sicher ist, dass er sich dieser Frau nach unserem Beziehungsende am energischsten an die Fersen geheftet hat. So schön praktisch...sie wohnt im gleichen Ort...er ist jetzt auch ein toller Mopped-Fahrer... sie hatte sich immerhin zweimal mit ihm getroffen...sie teilt seine Vorliebe für freenet und gehört dort zu den langjährigen Dauerbewohnerinnen.
Allerdings hat sie die Männersuche inzwischen durch „nette Leute“ ersetzt...eventuell fündig geworden in dieser langen Zeit. Auch wenn nicht...selbst in diesem Dollhaus dürfte es reichlich Exemplare geben, die den Unterhaltungswert von Fettlev locker toppen.

Sein freenet-Profil hat er direkt wieder gelöscht und damit begann die längste Durststrecke, die er ohne ein solches zubrachte...zumindest offiziell. Immerhin standen ihm reichlich andere Möglichkeiten zur Verfügung, wo er sich schriftlich austoben konnte. Und diese nutze er, wann immer ihm danach war...alles andere war eine, immer wieder gern benutzte, Lüge.

Mir ging es in dieser Zeit der Trennung ausgesprochen mies. Zum einen war es die Liebe, die sich einfach nicht verabschieden wollte. Und zum anderen sein widerwärtiges Verhalten. „Was stört es die deutsche Eiche, wenn eine Sau sich an ihr reibt“...ja, manchmal verirrte sich Fettlev sehr tief nach unten. Aber auch diese „Nettigkeit“ habe ich nicht sonderlich ernstgenommen. Ich kenne das von meinem Nochimmerehemann...Männer die lange Zeit beim Militär waren, lassen solche Nazisprüche gerne mal los. Außerdem käme kein Mensch auf die Idee, ausgerechnet Fettlev als „deutsche Eiche“ anzusehen.

Ich schämte mich dafür, dass ich damals dermaßen eingebrochen bin, dass ich sogar eine Woche deshalb krankgefeiert habe und ich bin froh, dass ich meinen endgültigen Highcrash ohne so etwas überstanden habe, obwohl es mir noch um einiges schlechter ging...Junge, dieses Schamgefühl hat intensiv nachgewirkt.
Und ein bisschen schämt sich die „Sau“ auch dafür, dass sie das Verhalten der vorgeblichen Eiche immer mit deren Krankheit entschuldigt hat, anstatt ihr eigenes Selbstwertgefühl in den Vordergrund zu stellen. Aber so war das das damals nun mal...meine Fantasie reichte nicht dafür aus mir vorzustellen, dass das alles nur noch schlimmer, anstatt besser, werden könnte.




















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